Die Rot-Kreuz-Schwester


Der Schweizer Henri Dunant war 1859 auf dem Schlachtfeld von Solferino und erlebte als Augenzeuge unmittelbar die unbeschreibliche Not und das Leiden der Verwundeten und Gefangenen, die ohne jede Versorgung blieben.
 
Auf seine Initiative hin kam es 1864 zur Niederschrift der Ersten Genfer Konvention mit dem Ziel, im Krieg das Elend für die beteiligten und unbeteiligten Personen so gering wie möglich zu halten bzw. zu mildern.
Als Schutzzeichen definierte er das Rote Kreuz auf weißem Grund.
Es wurde zum Symbol für den Schutz von Hospitälern und Ambulanzen und für das dort arbeitende Personal.
 
Dunant forderte, in Friedenszeiten Hilfsorganisationen zu gründen, deren Ziel es sein sollte, Freiwillige auszubilden, die im Krieg bereit seien, Verwundete zu versorgen. In Deutschland wurden neben den freiwilligen Hilfskräften auch Krankenschwestern in Schwesternschaften des Roten Kreuzes ausgebildet.
 
 
Exkurs:
 
Erste Konvention: Verwundete und Kranke der bewaffneten Kräfte im Felde
Zweite Konvention: Verwundete, Kranke und Schiffbrüchige der bewaffneten Kräfte zur  See
Dritte Konvention: Umgang mit Kriegsgefangenen
Vierte Konvention: Zivilpersonen in Kriegszeiten
 
1949 und 1972 wurden alle Konventionen nochmals überarbeitet und den aktuellen Veränderungen angepasst.
 
Mittlerweile sind die Konventionen von fast allen Ländern der Erde anerkannt und unterzeichnet worden. Sie gelten mittlerweile als „internationale Vereinbarung“.
 
Er rief die Menschheit auf, während der Friedenszeiten Hilfsorganisationen zu gründen, deren Ziel es sein sollte, Freiwillige auszubilden, die während eines Krieges bereit sein sollten, die Verwundeten zu versorgen.
 
In Deutschland wurde neben der Ausbildung der freiwilligen Hilfskräfte auch die Ausbildung von Krankenschwestern in Schwesternschaften des Roten Kreuzes durchgeführt.
 
Die Alice-Schwesternschaft vom Roten Kreuz zu Darmstadt
 
01.06.1867                                   Gründung eines „Frauenvereins zur Ausbildung von Krankenpflegerinnen im Krieg und Frieden“
17.12. Organisationsstatut für die Berufspflegerinnen
 
07.09.1869                                   Der Verein erhält den Namen: „Alice-Frauenverein für Krankenpflege im Großherzogtum Hessen“.
 
19.11. 1872                 Beitritt zum „Verband deutscher Hilfs- und Pflegevereine unter dem Roten Kreuz“.
 
Die Schwesternschaften des Roten Kreuzes waren die ersten weltlichen Schwesternschaften.
Wie die Schwesternverbände der Barmherzigen Schwestern oder der Kaiserswerther Diakonie
waren die Rot-Kreuz-Schwesternschaften nach dem Mutterhausprinzip aufgebaut. Es wurden
Gestellungsverträge mit Krankenhäusern abgeschlossen und die Schwestern wurden in die
Einrichtungen entsandt. Ein zentrales Anliegen der Schwesternschaften war immer die Pflegeausbildung.
 
Grundlage der Schwesternschaften vom Roten Kreuz waren und sind die Grundsätze
des Roten Kreuzes:
 
Neutralität, Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit,
Universalität, Einheit.
 
An der Größe der Brosche, der Kennzeichnung der Haube und am Kreuz lässt sich die
Zugehörigkeit zur Schwesternschaft und, ähnlich den Abzeichen beim Militär, auch der
„Rang“ ablesen.
 
In Kriegszeiten bekleidet jede „Rot-Kreuz-Krankenschwester“ den Rang eines Offiziers.
 
 
 
 
Die Oberin der Schwesternschaft vom Roten Kreuz
 
1992 wurde die neue Tracht eingeführt:
Der Blazer mit Schal wird wahlweise zu einem Rock, oder zur Hose getragen. An der
Kette hängt das Kreuz der Oberin der Schwesternschaft.
 
 

Anweisung zum Anlegen des Kostüms:
 
Rotes Kreuz DRK-Schwester
 
1 Haube
1 Kleid
1 Kragen
1 Umhang
1 Unterkleid
1 Brosche
1 Armbinde
 
 
 
Ohne Anweisung