Der primitiv herabgesunkene Pflegestand und die unbeschreiblich schlechten hygienischen Verhältnisse in den Hospitälern haben der Zeit Ende des 17. bis Anfang des 19. Jahrhunderts den Namen „dunkles Zeitalter der Krankenpflege“ gegeben.
Wohl war in dieser Zeit ein Aufschwung in den medizinischen Kenntnissen zu verzeichnen, auch wurden Lehrbücher über die Pflege von Kranken herausgegeben und eine Beschreibung der Eigenschaften einer idealen Pflegerin verfasst, aber dies blieb ohne Einfluss auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen.
Die Erneuerung der Krankenpflege sollte anderer Seite kommen.
Theodor Fliedner, Pfarrer der kleinen evangelischen Gemeinde in Kaiserswerth, einem Stadtteil von Düsseldorf, gelang es, Frauenvereine im Sinne der frühchristlichen Diakonia – des schlichten Dienens – auf ehrenamtlicher Basis in den Dienst der Kirche zu stellen.
Der äußere Anstoß kam auch hier aus der dringlichen Notwendigkeit nach besserem Pflegepersonal.
Im Jahre 1836 gründete er einen Verein für christliche Krankenpflege in Kaiserswerth der zur Wiege der Diakonissenmutterhäuser wurde.
Für die äußere Organisation und die sachliche Ausrichtung seines Vereins orientierte er sich am Vorbild der Barmherzigen Schwestern.
Dem Unterricht lag die 1832 in Berlin erschienene „Anleitung zur Krankenwartung“ des Charité Arztes Johann Friedrich Dieffenbach (1792 – 1847) zugrunde, später die Neufassung seines Schülers Carl Emil Gedike.
Dieser Unterricht wurde ergänzt durch Instruktionen, welche den Schülerinnen durch die erste Diakonisse Gertrud Reichardt, einer erfahrenen Pflegerin und durch Fliedners Frau Friedericke (1800 – 1842), vermittelt wurden. Friedericke war an der Arbeit ihres Mannes in hohem Maße beteiligt und die erste leitende Vorsteherin des Diakonissenwerkes.
Fliedner selbst unterrichtete die theologischen Grundlagen des Berufes in Verbindung mit Pflegeethik.
So wurde durch die Form des Unterrichts ein Grundstein für die spätere Entwicklung der neuzeitlichen Krankenpflegeschulen gelegt.
Ein Leitgedanke Theodor Fliedners war, dass der Kranke stellvertretend für Christus steht und die Diakonisse in ihrer Pflege dem Herrn selbst dient:
„Sie beweise in all ihrer leiblichen Pflege des Kranken solche Liebe, Zartheit, Geduld,
Sanftmut und Ausdauer, dass man gewahr werde, sie pflege den Kranken, als pflege sie den
Leib des Herrn Jesu selbst, und empfange dazu die Kraft aus der Höhe.“
Anlässlich der 25-Jahr-Feier 1861 kamen die Vorstände aller Mutterhäuser nach Kaiserswerth. Mittlerweile gab es 28 Mutterhäuser mit 1.207 Diakonissen, die auf der ganzen Welt tätig waren. Kaiserswerth selbst zählte 380 Diakonissen an 83 auswärtigen Stationen.
Anweisung zum Anlegen der Kostüme:
Kaiserswerth: Die Diakonisse (Fliedner)
1 Kleid
1 Unterkleid
1 Haube
1 Kragen
Anweisung zum Ankleiden nicht erforderlich.