Die Beginen


Im 12. Jahrhundert, dem goldenen Zeitalter der Klöster, entstand eine Form der Lebensgemeinschaft ohne Ordensgelübde.
Ihre Gründung durch einen belgischen Priester (Lambert le Bégues, gestorben 1177) ist nicht sicher verbürgt.
 
Im südlichen Brabant bildeten sich Pflegegemeinschaften von Frauen, die in eigenen Siedlungen, den Beginenhöfen, zusammenlebten und ihre persönliche Selbstständigkeit bewahrten.
 
Sie widmeten sich dem Unterricht für Mädchen, der Krankenpflege und dem Versorgen Verstorbener.
 
Der Schwerpunkt ihrer Krankenpflege war die Hauspflege, heute vergleichbar mit der Arbeit einer Sozialstation.
 
Besondere Verdienste erwarben sich die Beginen in der Pflege der Epidemieerkrankten. Sie unterstützen die Betroffenen sowohl finanziell als auch materiell.
 
Bis zum 14. Jahrhundert wurden in den großen Städten, wie z. B. Köln und Straßburg, Beginenhäuser in zunehmendem Maße errichtet.
 
Auch in Hannover lebten Frauen in dem seit 1375 bestehenden Beginenturm und verrichteten Werke der Barmherzigkeit.
Heute können wir noch einzelne Beginenhöfe in Flandern, Gent und Brügge besuchen.
 
Beginenhöfe waren im Mittelalter sehr stark verbreitet, vielleicht gibt es auch in Ihrer Nähe einen ehemaligen Beginenhof.